Fachhochschulstudiengänge

Fachhochschulen gibt es im Gegensatz zu den sehr viel älteren Universitäten erst seit den 60er Jahren. Zunächst wurden hauptsächlich technisch orientierte Studiengänge angeboten; später kamen dann wirtschaftswissenschaftliche und sozialpädagogische Fächer dazu. Heute bieten sie eine Vielfalt an unterschiedlichen Fachrichtungen an, können aber in dieser Hinsicht nicht mit den Universitäten mithalten. Als Zugangsberechtigung gilt die Fachhochschulreife (Fachabitur), die man im Allgemeinen bereits nach zwölf Schuljahren plus Berufspraktikum erwerben kann.

Ein großer Vorteil der Fachhochschulen ist die ständige Leistungskontrolle der Studenten. Am Ende jedes Semesters gibt es Prüfungen, und vorgegebene Stundenpläne ermöglichen einen sehr strukturierten Studienaufbau. Auf diese Weise sind die Studierenden gezwungen, ihr Studium in die Hand zu nehmen und nicht vielleicht eine Zeitlang schleifen zu lassen.

Ein Studium an einer Fachhochschule dauert in der Regel nicht so lange wie an einer Universität und ist eher praxisbezogen aufgebaut. Für Lehrveranstaltungen werden Fallbeispiele aus der Praxis herangezogen, es gibt Kooperationen mit realen Unternehmen, und normalerweise sind zwei Praxissemester vorgesehen. Durch kleinere Lerngruppen als an Universitäten ist eine persönlichere Betreuung gewährleistet, was zu guten Studienerfolgen führt. Je nach gewünschtem Abschluss kann man nach etwa sechs (Bachelor) bis zehn (Master) Semestern sein Abschlusszeugnis in den Händen halten.

Es gibt sogar die Möglichkeit, an einer Fachhochschule zu promovieren. Dafür muss man sich aber einen Universitätsprofessor suchen, denn nur sie haben das Promotionsrecht. In den meisten Fällen gestaltet sich das als recht schwierig. Übrigens kann man nach dem Bachelorabschluss an der Fachhochschule seinen darauf aufbauenden Master auch an der Universität erwerben.

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Prof. Dr. Stephan J. Lang
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